Fraueninsel

Fraueninsel im Chiemsee

Obwohl wesentlich kleiner als die Herreninsel, war die Fraueninsel immer schon dichter besiedelt. Die Fraueninsel ist eine Sehenswürdigkeit für Jedermann, die aus einem Dreiklang von Alpensee, Insel- und Fischerdorf und uraltem Inselkloster besteht.

Die Fraueninsel ragt bis zu 8 m über dem Seespiegel heraus, ist 12 ha groß und in 20 Minuten auf bequemem Uferweg zu umgehen. Sie ist mit über 50 Häusern und ca. 222 Einwohnern sehr dicht besiedelt. Etwa ein Drittel der Gesamtfläche bedeckt der Klosterbereich.Die Benediktinerinnenabtei Frauenwörth wurde wohl um 860 von König Ludwig dem Deutschen gegründet. Erste Äbtissin war seine Tochter Irmingard, 1929 seliggesprochen und heute Schutzpatronin des Chiemgau.

Die Torhalle, die dem Kloster vorgelagert ist, ist die einzige erhaltene Anlage aus der Karolingerzeit. Die Fresken der Michaelskapelle entstanden 860/865 unter byzantinischem Einfluss. Dargestellt sind Erzengel, die den unsichtbar anwesenden Christus bewachen. Die Torhalle wurde später als Schulgebäude und danach als Ausstellungshalle der Chiemseemaler benutzt.Der freistehende Campanile aus dem 13./14. Jahrhundert ist heute das Wahrzeichen des Chiemgaus.

Das Marienmünster von Frauenwörth, eine dreischiffige, romanische Basilika ist mehr als eine Erwähnung wert. 1468-76 erhielt die Kirche ihr spätgotisches Aussehen, die Fresken aus 1130 gehören zu den frühesten Zeugnissen romanischer Monumentalmalerei in Europa. Zwischen 1803 und 1838 war das Kloster aufgehoben, später unterhielten die Benediktinerinnen auf der Fraueninsel eine Mädchenschule. Heute bietet das Kloster Einkehr- und Besinnungstage an.

Die "weltlichen" Entdecker der Insel waren vier junge Maler: Max Haushofer, Franz Trautmann und die Brüder Bomhardt. 1841 wurde hier eine "Künstler-Chronik" begründet.




Fraueninsel im Chiemsee