Christkönigskirche zu Wildenwart

Christkönigskirche in Wildenwart

Über Jahrhunderte hinweg wurde die ehemalige Gemeinde Wildenwart seelsorgerisch von der Pfarrei Prien aus betreut. Von dem Angebot der Schlossherrschaft in der neuen Schlosskapelle den Gottesdienst mitfeiern zu dürfen wurde seit 1862 eifrig Gebrauch gemacht. Normalerweise fasst diese Kapelle 50 Personen, doch über 250 Gläubige nahmen mitunter an der Messfeier teil. Bis auf die Schlossbrücke standen die Leute um dem Gottesdienst beizuwohnen. Im Wildenwarter Pfarrarchiv ist ein Schreiben vom 14. Oktober 1931 in dem die "Rüstigen"aufgefordert werden doch das Opfer des Kirchganges nach Prien auf sich zu nehmen und die Gottesdienstmöglichkeit in Wildenwart den alten und gebrechlichen Leuten zu überlassen.

Der Wunsch nach einem eigenen Geistlichen und einer eigenen Kirche drückte sich bei der Bevölkerung in der Gründung eines Seelsorgevereins im Jahre 1923 aus. 1932 wurde der Seelsorgeverein erweitert zum "Seelsorge- und Kirchenbauverein". Beim späteren Kirchenbau vertrat Vorstand Johann Niller die Interessen des Vereins. Zur selben Zeit bestand auch schon eine Arbeitsgemeinschaft des bayrischen Adels zur Errichtung einer Gedächtniskirche für Ihre Majestäten König Ludwig III. und Königin Maria Theresia von Bayern. Diese Kirche sollte in Wildenwart errichtet werden da das Königshaus stets außerordentlich mit diesem Ort verbunden war. Königin Maria Theresia war auch für kurze Zeit in der Schlosskapelle von Schloss Wildenwart beigesetzt. Das eigentlich vorgesehene Mausoleum für die Majestäten konnte nach der Revolution nicht wie geplant gebaut werden, auch fehlten nach Krieg und Inflation die dazu notwendigen Mittel, so blieb es bei den Plänen für eine Gedächtniskirche.

Wesentlich trug Michael Kardinal Faulhaber durch eine Diözesansammlung zum Entstehen der Kirche bei. Weitere öffentliche Sammlungen konnten nicht durchgeführt werden, da gesammeltes Geld zu dieser Zeit grundsätzlich dem Winterhilfswerk zukommen sollte. So sollte der bereits begonnene Bau wegen Geldmangel eingestellt werden, da gab Kardinal Faulhuber noch einmal zehntausend Reichsmark Zuschuss. Das Bauvorhaben wurde als Anliegen der ganzen Gemeinde betrachtet, den Kirchengrund stifteten die Königlichen Hoheiten nach einem Grundstückstausch mit der Schmiedfamilie in Wildenwart; viele Anlieger leisteten Hand- und Spanndienste oder lieferten das notwendige Bauholz.

Architekt und Kirchenbaumeister Georg Berlinger entwarf die Pläne für die zwiebelgekrönte Kirche, die in ihrem Aussehen ein wenig an barocke Kirchen unserer Heimat erinnert. Am 17. September 1933 nahm Prälat Sebastian Fischen Dompfarrer zu München, die Weihe des Grundsteins und der Grundmauern vor.

Die Bauausführung lag in den Händen der Firma Voggenauer-Scheck (Prien). Die drei Altäre erstellte der Kunstschreiner Wilhelm Köglsperger aus Bad Aibling. Das Gemälde des Hauptaltars schuf Maximilian Freiherr von Schellerer. Auf dem Bild huldigen König Ludwig III. und Königin Maria Theresia dem wahren Weltenkönig Christus, beiderseits davon sind Schloss und Kirche von Wildenwart zu erkennen. Die beiden Seitenfiguren stellen die heiligen Bischöfe Korbinian - mit dem Freisinger Dom und dem Bären - und Rupert - mit dem Salzfass - dar; sie verkörpern die beiden Bistümer München-Freising, zu dem Wildenwart jetzt gehört und Salzburg-Chiemsee, wozu es früher gehörte.

Am 15. Juli 1934 wurde die Kirche mit dem Patrozinium Christkönig von Michael Kardinal Faulhaber eingeweiht. Das vorgesehene große Deckenfresko in der Kuppel konnte nicht mehr erstellt werden.

Altarbild in der Christkönigskirche
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