Geschichtliches über Rottau

Geschichtliches über Rottau

Der Name "Rottau", der sich von der "roten, blumigen Au" herleitet, ist schon 1175 urkundlich erwähnt. Damals wurde den Rottauer Herren vom Bischof in Passau ein heraldisches Wappen verliehen.

Die im Jahre 1195 als Steinbau erweiterte Michaelskirche verbrannte im Oktober 1504 mit sieben Häusern. Das war das Werk von Kriegsknechten, die während des Landshuter Erbfolgekrieges durch Rottau zum Schloß Marquartstein zogen. Erst nach vier Jahrzehnten konnte die Kirche wieder aufgebaut werden. Aus dem ehemals spitzen gotischen Turm wurde infolge der Stilwende ein Zwiebelturm.

Rottau war ein Dorf mit zahlreichen Höfen und Sachl´n. Eine Eintragung aus dem Jahre 1786 bezeugt Weidevieh von 41 Bauern. Es bestand aus 57 Pferden, 173 Kühen, 109 Rindern und 97 Schafen.

Mit der zunehmenden Bedeutung der Erzbau- und Eisenindustrie im Chiemgau siedelten sich in Rottau mehrere Gütler als gewerbemäßige Kohlenbrenner an. Mit ihrer Holzkohle, aus den reichen Waldbeständen im Rottauer Tal gewonnen, hatten sie bei den Eisenwerken Bergen und Hohenaschau reichlich Absatz.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Messerschmidt Lorenz Hitter die erste Gastwirtschaft eröffnet, nachdem bereits beim Obergstatter ein Schnapsausschank bestand. Im Jahre 1904 bekam Rottau als letzte Gemeinde im ganzen Bezirk ein eigenes Schulhaus.

Im Zuge der landesweiten Gebietsreform wurde Rottau 1972 dem Markt Grassau angeschlossen. Durch förmlichen Eingemeindungsvertrag verlor damit Rottau seine Selbständigkeit als politische Gemeinde. Es wird zwar seitdem vom Grassauer Rathaus verwaltet, hat jedoch seinen Charakter als eigenständiges Dorf in vielfältiger Weise erhalten. Rottau hat eine Pfarrgemeinde und ein eigenes Verkehrsbüro. Zahlreiche Vereine, wie der Trachtenverein und zwei Schützenvereine, sind weit über den Chiemgau hinaus bekannt. Die Rottauer sind stolz auf ihre Tradition und pflegen sie mit einer vorbildlichen Jugendarbeit.

Im Jahre 1973 wurde Rottau beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" unter 5500 konkurrierenden Orten ein 1. Preis mit Goldmedaille zuerkannt. Auch bei Blumenschmuckwettbewerben ging es mehrfach als Sieger hervor.

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