21.08.2017

von B° RB

Gleitschirmflug

Urlaubsglück zum Durchstarten – Aschauer Wellensittich animiert zum Abheben


Gleitschirmflieger

Oft stellt sich einem die Frage: "Was wünsche ich mir dieses Jahr zum Geburtstag?" Für Renate Böhm war es dies überhaupt keine Frage, denn ihr größter Wunsch war es, sprichwörtlich durchzustarten. Vor kurzem feierte sie ihren 77. Ehrentag und das in ihrer zweiten Heimat Aschau i.Chiemgau. 

Die lebensfrohe Berlinerin verbringt mit ihrer Familie schon seit 1971 die schönsten Tage im Jahr im Bankerldorf® am Fuße der Kampenwand. Der Herzenswunsch von Renate Böhm war es, einen Gleitschirm Tandemflug von der Kampenwand zu machen. So haben Familie und Freunde kurzerhand zusammengelegt und diesen Wunsch nun erfüllt.

Die Idee, selbst einmal mitzufliegen, entstand jedoch erst im letzten Urlaub, als Renate Böhm eine andere Tandempassagierin bei der Landung beobachtete. „Dieses glückliche und gelöste Lächeln dieser Dame ist mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen und dieses Gefühl wollte ich auch erleben“, so Böhm. Schon gleich in den ersten Urlaubstagen nahm sie Kontakt mit dem Tandempiloten Max Baudrexl auf und die Vorfreude war kaum noch zu bändigen.

Mit der Kampenwandseilbahn ging es dann vollbepackt mit Gleitschirm, Gurtzeugen, Helmen und Handschuhen hinauf zum Startplatz in der Nähe der Bergstation. Ehemann Klaus Böhm blieb hingegen lieber mit beiden Füssen am Boden und wartete auf seine Frau am Landeplatz in der Nähe des Natur-Freischwimmbads. Als der große Tandemschirm ausgelegt, die Gurte und der Helm angelegt und die Formalitäten erledigt waren, wurde es um Renate Böhm doch ein wenig ruhig und die Nervosität stieg ein wenig an.

Den anderen Gleitschirmfliegern beim Starten zuzusehen, ließ die Anspannung dann doch steigen. Wie konnte es da nicht passender sein, dass Aschaus Tourismuschef Herbert Reiter persönlich zum Startplatz kam, um dem treuen Stammgast Beistand zu leisten - ausgerüstet mit einem Beruhigungs-Schnapserl, serviert in Aschauer Herz-Schnapsgläsern. Dann war es endlich soweit und bei passendem Wind zog Max Baudrexl seinen farbenfrohen Schirm auf. Nach einem kurzen Startlauf in Richtung Tal verließen die Beine den Boden und beide schwebten lautlos hinaus. Das strahlende Lächeln in Renate Böhms Gesicht war nicht zu übersehen, als sich der Traum des Fliegens nun endlich erfüllte.

Genüsslich zurückgelehnt ging es vorbei an den Felswänden der Kampenwand, über das Schloss Hohenaschau und die Pfarrkirche. Bei guter Thermik kreisten die beiden weiter nach oben und genossen den einzigartigen Ausblick auf Chiemsee, Kampenwand und bewunderten Aschau aus der Vogelperspektive. „Es war für mich wie im Traum, die gute Aschauer Luft um die Nase geblasen zu bekommen und die Schönheiten mal von oben zu sehen - einfach großartig“, so Böhm. Ganz besonders beeindruckt war die sonst in der Stadt lebende Frau von der einzigartigen Stille in der Luft. Nur das leise Rauschen des Windes war zu hören. Um die Erinnerungen dieses Erlebnisses für immer festzuhalten, wurden während des Fluges Bilder gemacht, die bald den Digitalbilderrahmen in der Wohnung in Berlin Reinickendorf durchlaufen.

Es war eine rundum tolle Erfahrung und Auszeit für Renate Böhm, die mit ihren 77 Jahren noch äußerst aktiv ist. Zuhause in Berlin betreut sie seit vielen Jahren ihre pflegebedürftige Schwester und ist somit immer gefordert. Aber auch für den erfahrenen Piloten war dieser Flug prägend: „Wenn ich mir eines wünschen dürfte, dann möchte ich mit 77 Jahren auch mal so gut drauf sein wie Renate Böhm“, so Max Baudrexl.

Das Ganze kommt nicht von ungefähr, denn Aschau wurde bei den Böhms schon immer mit Fliegen in Verbindung gebracht. Gleich bei den ersten Urlauben in Aschau ist nämlich den Stammgästen ein grüner Wellensittich im Urlaubsdomizil zugeflogen. In eine kleine Schachtel mit vielen Luftlöchern verpackt, wurde der Vogel dann mitgenommen und das kleine Federvieh Namens „Peter“, lebte dann viele Jahre bei den Böhms.

Wie es sich für die umtriebige Stammgasts-Dame aus der Bundeshauptstadt gehört, ist das nächste Ziel schon im Visier. In zwei Jahren können die Böhms nämlich Diamantene Hochzeit feiern und dies könnte dann eventuell in trauter Zweisamkeit in Aschau gefeiert werden.

Doch jetzt wird es in den nächsten Tagen erst mal ruhig, denn da steht die unvermeidliche Heimfahrt an. „Mein Mann weiß dann schon genau, wenn wir beim Ortsausgangsschild von Aschau vorbeifahren, ab da bin ich dann so traurig gestimmt, dass er mit mir bei der Heimfahrt gar nicht mehr sprechen braucht“, so Renate Böhm.

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