01.06.2014

von B°-MR

(Quelle: Priener Tourismus GmbH, csptg)

PURE COLOUR | FARBE PUR

In der Ausstellung PURE COLOUR | FARBE PUR in Prien werden Werke von insgesamt 9 Künstlern gezeigt.

Installationsansicht PURE COLOUR: Cornelius Völker-Rupprecht Geiger-Helene B. Grossmann-Joseph Marioni (v.l.n.r.)

Sven Drühl: SD2013 Lack auf Leinwand

Stefan Sehler: Mischechnik hinter Plexiglas

Installationsansicht PURE COLOUR: Cornelius Völker-Gerhard Richter

Nicht als Farbe und doch ein Universum an künstlerischen Möglichkeiten!

Ausstellung vom 9. Mai bis 29. Juni 2014 bei WIMMER plus

Sven Drühl, Henrik Eiben, Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner, Helene B. Grossmann, Joseph Marioni, Gerhard Richter, Stefan Sehler

In der Ausstellung PURE COLOUR | FARBE PUR werden Werke von insgesamt 9 Künstlern gezeigt. Allen diesen Künstlern ist gemein, dass Sie in zweierlei Hinsicht Farbe zu ihrem Thema machen. Erstens im Sinne von nahezu allen bildenden Künstlern als Grundlage einer Entscheidung für bildnerische Gestaltung. Zweitens aber, dass Sie Farbe entweder als Materialität oder als alleinigen Gegenstand ihres künstlerischen Konzeptes begreifen.

Ausgehend vom Altmeister der konkreten Kunst, Rupprecht Geiger, der erst kürzlich verstarb und dessen Atelier heute in München Archiv und Basis der Forschung über ihn selbst ist, möchte ich mich den jüngeren Positionen nähern. Geiger ist einer der Puristen der Farbe. So wie Yves Klein das Blau weltweit berühmt gemacht hat, so sind das Magenta und das Orange die Markenzeichen von Geiger. Geiger zählt zur gegenstandslosen Malerei und in seinem Wirken soll die Kraft und Energie der Farbe in ihrer Reinheit und Klarheit in seinen Werken sprechen. Deutlich ist in seiner Malerei die Bindung an die Abstraktion der Moderne zu erkennen.

Der Amerikaner Joseph Marioni geht in seinem minimalistischen Ansatz weiter und ist Vertreter der Minimal Art. Seine Malerei handelt neben der Farbe und ihrer innerer Wertigkeit und Wirkung auch von der Bedeutung des Farbauftrages, der minimalen Irritation des Betrachters und der imperfekten Lösung, deren Wirkung umso grösser wird je perfekter der Farbauftrag selbst ist. Seine Gemälde bestechen durch die zahlreichen extrem dünnen Farbschichten, die uns einsinken lassen in Rottöne, die eine ausgesprochene Tiefe aufweisen.

Diesen minimalistischen Ansatz konterkariert ein junger Künstler wie Henrik Eiben. Obwohl er in einer minimalistischen Bildsprache zuhause ist und immer wieder Referenzen benennt und zeigt, so ist insbesondere in seinem Werk Drop-It gut zu erkennen, dass er mit der Mischung von Materialien den minimalistischen Pfad verlässt und den Betrachter herausfordert. In Drop-It wird dies in beinahe karikaturistischer Art und Weise mit einer Ausbeulung der Oberfläche hervorgerufen. Aber jenseits der zunächst ironischen und skurrilen Anmutung steckt hinter diesem Ansatz das Ziel uns zu irritieren und die Qualität jedes Eingriffs in Materialität und Form als ästhetische Entscheidung bewusst zu machen. Bei ihm ersetzen auch Stoffe die Malerei und die perfekte Oberfläche mit Autolack im Gegenzug ist die Versinnbildlichung der Materialität.

Helene B. Grossmann dagegen ist ganz in der Malerei zuhause. In ihren reduzierten abstrakten Gemälden wird die Farbe sowie die Malerei zum Thema. Nicht alleine, dass Helene  B. Grossmann Ihr Handwerk noch in Dresden gelernt hat, zählt Sie zu jenen Künstlerinnen, die immer auf der Suche danach sind, wie man Licht und Energie im Bild erfahrbar machen kann. Wenn Sie sich Zeit nehmen werden Sie wie bei einem Rothko oder einem William Turner die Vielfalt der Farben und Schichtungen erkennen, die uns als Betrachter erst mit der zeit auffallen, aber die von Anfang an unsere emotionale Bindung an die Gemälde bestimmen. Wer mag kann Landschaften erahnen und diese realen visuellen Erlebnisse sind auch Basis der Werke aber nicht im unmittelbaren Sinne.

Fakten
Pure Colour | Farbe pur
WIMMER plus
09.05.- 29.06.2014
Bachstr. 17, 2. St.
83209 Prien am Chiemsee

Gerhard Richter ist nicht zufällig einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Die Vielfalt seines künstlerischen Schaffens erlaubt kaum eine verkürzte Beschreibung der hier vorgestellten Werke. Seine Beschäftigung mit Farbe als Gegenstand von Malerei und seien Methode des Rakelns verbindet Zufall und bewussten Malprozess. Beschaffenheit der Farbe wie Verarbeitung derselben. Uns so ist der kleinen abstrakten Farbarbeit gut zu erkennen, dass das Spiel der Farbe in Kombination mit ihrem Farbauftrag eine eigene Erlebniswelt darstellen und keinen weiteren Gegenstand benötigen. Gleichwohl ist Richter ein Künstler, der immer nach Bildern und Bildwürdigem gesucht hat und so sind selbst banale Fotografien seines Aufenthaltes in Sils-Maria durchs eine Überarbeitung mit Malerei und die Vermischung der Bildtechniken nicht allein Experiment sondern die Frage nach der Qualität eines Bildes, ob es Foto oder Malerei sein mag.

Cornelius Völker dagegen hat in seiner Bilderserie der Müllbilder wieder einmal einen Spagat zwischen Abstraktion und Figuration gewagt und dabei die Fabre unmittelbar in den Mittelpunkt gerückt. Durch das extreme Grossformat sieht man zwar durchaus vereinzelt die Gegenstände des Mülls, die er gefertigt hat, doch vorherrschender ist die Komposition der Farbelemente in ihrer Verteilung auf der Leinwand. Die Pastosität des Farbauftrages spielt hierbei ebenso eine Rolle wie die Verteilung der Farbelemente auf dem Bild. So erinnert nicht zufällig diese Serie an einen Künstler wie Willem de Kooning der einer der Hauptvertreter des abstrakten Expressionismus war.

Günter Förg zählt zu den Vertretern der deutschen Malerei, die stark geprägt sind von der Farbfeldmalerei aber auch des Rationalismus in der Architektur. Seine Gitterbilder bestechen durch die Horizontalen und Vertikalen und deren Bestimmung des Bildraumes. Diese Definition des Bildraumes wird bei Förg durch den Einsatz von expressiven oder zurückhaltenden Farben verstärkt und variiert.er ist einer der bestimmenden Künstler der 80er und 90er Jahre in Deutschland und Europa.

Markus Linnenbrink - lebt und arbeitet in New York - steht in dieser Tradition, variiert das Thema der Vertikalen und Horizontalen - wie sie ja bereits bei Mondrian angelegt ist -  durch starke Linien- oder Punktraster. Damit greift er die Rasterung unserer Bildwelt und Erlebniswelt durch  computerbasierte Methoden auf. Gleichwohl bricht er dies durch den Einsatz von starken Farben, die eine ausgeprägte spielerische Komponente in die Bildidee integrieren. Sein Einsatz von Acryl und Harzen deutet auf die Erweiterung des Materialspektrums in der Kunst seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hin.

Dies trifft auch auf Sven Drühl zu, der mit seinen Gemälden vorhandene Bildmotive aufgreift du sie variiert. In Farbe, Format und Materialität. Sein Einsatz von lacken und Silikon erweitert das Materialspektrum und zeigt die Bedeutung des Anwendung und Materialität den Bildeindruck entscheidend beeinflusst.

Nicht zuletzt ist es Stefan Sehler, der den Betrachter vor ein Rätsel stellt. Scheinbar sehen wir eine Fotografie vor uns. Vielleicht die Aufnahme einer Planetenoberfläche? De Facto handelt es sich um Hinterglasmalerei, die Sehler in eine neue Dimension führt. Zunächst trägt er Acryl auf das Plexiglas auf und in einem zweiten Schritt wird dieses mit Pigmenten eingefärbt.

Die Ausstellung ist geöffnet Mittwoch bis Freitag von 14-18 Uhr und nach telefonsicher Vereinbarung +49-151-21278313, Bachstr. 17, 2. Stock, 83209 Prien am Chiemsee

WIMMER plus - a global network in art GmbH, Ernsdorfer Str. 19, 83209 Prien am Chiemsee

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