19.11.2014

von B° MR

(Quelle: Heidi Rauch)

Halbzeit bei den Saitensprüngen

Lässiges Philipp Stauber Quartett, stimmungsvolle Volksmusik und mitreißender Guitarrissimo-Abend - so die Halbzeit-Bilanz

Philipp Stauber im Quartett und mit Jan Eschke am Piano

Guitarrissimo Zugabe mit allen: Thomas Leeb, Andrea Vettoretti, Christian Lavernier, Percussionist Joss Turnball, Mahmoud Turkmani, Trio Collage

Stimmgewaltiger Männerchor Lyra Lohholz

Göllwurzn Musi und Bläser

Saitensprünge - Gitarrenfestival in Bad Aibling

Lässig - Stimmungsvoll - Mitreißend

Lässig und entspannt: Das Philipp Stauber Quartett bescherte den Besuchern der "Saitensprünge" in Bad Aibling einen hochkarätigen Jazz-Abend mit barmäßigem Swing, Bossa Nova und eigenen Arrangements von Jazz-Klassikern. Passend zur Jahreszeit begann das Konzert mit "Autumn leaves", um dann mit "So what" von Miles Davis den kongenialen Bassisten Henning Sieverts ins Rampenlicht zu rücken. Der im Chiemgau lebende Gitarrist Philipp Stauber setzte seine herausragenden Musiker stets mit eigenen Features in Szene: Den völlig unangestrengt intonierenden Saxophonisten Till Martin ebenso wie den nuanciert-rhythmisierenden Schlagzeuger Bastian Jütte und schließlich als Special Guest den virtuos aufspielenden Pianisten Jan Eschke. Auf Publikumswunsch spielte der Bandleader einfühlsam "Place du tertre" von Biréli Lagrène, und bei der Zugabe wechselte er gar von seiner halbakustischen Gibson zur roten Fender Stratocaster. Sehr sympathisch: Die Hälfte seiner CD-Erlöse an diesem Abend ging an die Flüchtlinge in Frasdorf.

Beim einzigen Abend der "Saitensprünge", bei dem die Gäste an Tischen vor der Bühne bewirtet werden, herrschte wieder "Hoagascht"-Stimmung: Die "Bairischen Saitenblicke" bescherten dem begeisterten Publikum alpenländische Volksmusik vom Feinsten - mit Gruppen aus Bayern und dem Salzburger Land, die so noch nie miteinander musiziert hatten. Moderiert wurde das Konzert humorig von Dr. Franz Gumpenberger, der seit über 20 Jahren Volksmusiksendungen in Radio OÖ präsentiert. Augen- und Ohrenschmaus waren die beiden jungen Frauen des In Hofer Dreigesangs, die mit ihrer dritten Stimme Rupert Reindl auftraten. Der Männerchor Lyra Lohholz bewies, dass sich Männerstimmen unter einer Frau, nämlich Dirigentin Susanne Sedlbauer, wunderbar entfalten können. Die Göllwurzn Musi und Bläser musizierten spielfreudig mit zwei Flügelhörnern, Posaune, Diatonischer, Hackbrett, Klarinette, Harfe und Tuba. Und das Hochberg Trio begeisterte mit Zither, Gitarre, Bassgitarre und Diatonischer und "vielsaitig" selbstkomponierten Stücken.

Die lange Nacht der Gitarren

Was verhalten anfing, endete furios: Am Ende des langen "Guitarrissimo!"-Abends zeigten die (meisten) Musiker ihr großes Improvisationstalent. Unter der Leitung von Mahmoud Turkmani spielten sie gemeinsam furios die traditionelle "Tutti"-Zugabe. Besonders spielfreudig: Der Italiener Christian Lavernier, der schon vorher unbedingt zusammen mit dem Oud- und Gitarre-Spieler Mahmoud Turkmani und dessen Perkussionisten Joss Turnball gemeinsam spielen wollte - und das kongenial tat. Da hatten sich drei Musiker gefunden, die jenseits von Noten ihr Instrument in allen Stilrichtungen zu spielen verstehen. Publikumsliebling war aber eindeutig der in Los Angeles lebende Österreicher Thomas Leeb, der sich mit 13 Jahren das Gitarrespielen selbst beigebracht hat und sein Instrument auf ganz eigene, kreative Weise beherrscht. Dem zollte nicht nur Moderator Johannes Erkes Anerkennung! Italien-Liebhaber kamen beim Liedermacher Giovanni Giusto auf ihre Kosten: Mit rauchiger Lucio Dalla-Stimme sang er sich in die Herzen nicht nur der Damen und ließ auch seinem klassischen Partner, dem Gitarristen Andrea Vettoretti, genügend Raum. U- und E-Musik ergänzten sich hier perfekt. Mit zu viel Zurückhaltung gingen dagegen die drei Damen vom Trio Collage an ihre Gitarren. Da wäre mehr Spielfreude und Inspiration durchaus gut gewesen, um das Publikum für sich zu gewinnen.

Vorschau auf die 2. Halbzeit
Johannes Erkes bat zwischendurch Augustin Wiedemann auf die Bühne, um das Dowland-Programm vorzustellen, das die beiden zusammen mit Kosho, dem Sänger der "Söhne Mannheims", am Sonntag, 23.11., spielen werden. Er warb für ein abwechslungsreiches Programm, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Eine CD dieses neuen Trios ist geplant.
Bis zum 28. November stehen noch folgende Konzerte auf dem Programm: Guitar4Mation zeigen am 19.11., wie sich Klaviermusik auf vier Gitarren anhört; Joaquin Clerch, der bei den allerersten "Saitensprüngen" in Bad Aibling zu hören war, tritt am 21. November mit seinem klassischen Programm auf, und vor Wiedemann, Kosho und Erkes gibt es am Sonntag, 23.11., um 15 Uhr das Familienkonzert mit Maximilian Mangold, Gitarre, und Sprecher Bodo Primus: "Tierisch musikalisch"!

Verkaufsstellen:

  • Kartenvorverkauf im Haus des Gastes, Wilhelm-Leibl-Platz 3, 83043 Bad Aibling, Telefon: 08061 - 9080-15
  • Konzertbüro exorbitan, Telefon: 08061 - 7356
  • alle München Ticket VVK-Stellen

Veranstaltungsorte:

  • Kurhaus Bad Aibling, Wilhelm-Leibl-Platz 1, 83043 Bad Aibling
  • Mamajuana Bodega Colonial, Marienplatz 8, 83043 Bad Aibling
  • Friends Café - Weinbar, Kirchzeile 18, 83043 Bad Aibling

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