Das Bauernhausmuseum Amerang

Brotbacken im Steinofen...

Im 1977 eröffneten Bauernhausmuseum Amerang werden Bauernhöfe und Handwerksgebäude aus dem östlichen Oberbayern gezeigt, die schon lange dem Verfall preisgegeben waren, und nur mit der Übertragung ins Museum gerettet werden konnten.

Das älteste Gebäude des Museums ist der Mittermayer-Hof aus Schlicht (Lkr. Mühldorf), der bereits im Jahr 1525 erbaut wurde. Ein Einfirsthof, bei dem der Wohnteil als Blockbau und der Wirtschaftsteil als Ständerbohlenbau errichtet wurde.
Der Holzmann-Hof aus Gessenhausen (Lkr. Traunstein) ist 1576 erbaut worden. Da er bereits seit ca. 1600 nicht mehr eigenständig bewirtschaftet wurde, hat sich hier eine sehr alte Form erhalten: ein kleiner Blockbau mit flachem Legschindeldach. Augenfällig sind hier nicht nur seine ursprünglichen, mit Schweinsblasen bespannten Schiebefenster; auch die Kochstelle im Flur und der Rauchfang, der im Dachgeschoß endet, von wo der Rauch durch Fugen und Ritzen entweicht.
Der Bartlhof aus Schnapping (Rupertiwinkel im Lkr. Berchtesgadener Land) ist 1671 erbaut worden. Ein zweigeschossiger Blockbau, mit breitem Balkon und einem Bundwerk aus Andreaskreuzen im Giebel unter der Katzenlaube.
Der prächtige Bernöder Vierseithof, dessen Wohnteil im Obergeschoß auf das Jahr 1725 zurückgeht, erhielt seine heute sichtbare Form in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. An den Wirtschaftsgebäuden ist das für das östliche Oberbayern charakteristische Bundwerk beispielhaft zu sehen.
Als neuestes Objekt wird zur Zeit der Häuslmannhof aus Aschau im Chiemgau aufgebaut. Ein Einfirsthof, der im Firstbalken mit 1751 datiert ist. Nachdem er bis vor einigen Jahren noch bewohnt war, werden wir hier die Lebensweise der 1970er Jahre zeigen, aber auch immer wieder auf die Geschichte dieses Gebäudes und seiner Bewohner eingehen.

Dem achtsamen Besucher entgeht nicht, dass die Wiesen magerer sind, als die der umliegenden Bauernhöfe: das normale Gras ist nicht so dicht und hoch wie gewohnt, dafür zeigen sie aber eine wunderbare Artenvielfalt an teilweise schon seltenen Gräsern und Blumen. Im Herbst wird auf den Feldern der Winterweizen angebaut - alte Getreidesorten wie schwarzer Emmer, Dinkel, Einkorn oder Stauderers Tarzan usw., die im kommenden Sommer in voller Ähre stehen.

Das ländliche Handwerk nimmt im Bauernhausmuseum Amerang eine wichtige Rolle ein.
Die Glöcklhof-Schmiede, eine Bauernschmiede aus der Zeit um 1830, zeigt unter dem Vordach Werkzeuge und Geräte zum Hufbeschlag und zum Aufziehen von Eisenreifen auf Wagenrädern.
Eine Seiler-Werkstatt zeigt ein Handwerk, das heute weitgehend verschwunden ist.
Die Sägemühle wird noch mit einem mittelschlächtigen Wasserrad angetrieben.
Eine original eingerichtete Wagner-Werkstatt und eine Getreidemühle sind zu besichtigen.

Verschiedene Veranstaltungen wie Volksmusiktage und Kirchweihtanz, Sonderausstellungen und Handwerksvorführungen runden das Programm des Bauernhausmuseums Amerang ab.

Öffnungszeiten: Mitte März bis Anfang November, täglich außer Montag von 9 bis 18 Uhr.

Bauernhausmuseum Amerang, im Hopfgarten 2, 83123 Amerang, Telefon: 08075 - 91509-0


Bauernkammer...
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