Bad Endorf - Der Weg zur Kur

1. Der Arzt/Die Ärztin
Es ist Sache des/r behandelnden Arztes/Ärztin, die Dringlichkeit einer Kur zu bescheinigen oder eine Kur oder sogar einen geeigneten Kurort bzw. -einrichtung zu empfehlen. (Die Rentenversicherungen entscheiden selbst.) Auch der Betriebsarzt oder der Vertrauensarzt können eine Kur in die Wege leiten. Je nach Schwere des Krankheitszustandes wird Ihnen Ihr Arzt eine ambulante oder stationäre Kur empfehlen. Beide Kurformen dauern in der Regel drei Wochen.

2. Die gesetzliche Krankenkasse
Die Krankenkasse ist immer Ihr Ansprechpartner, ob die Kur von der Krankenkasse oder von der Rentenversicherung getragen werden soll. Dort erhalten Sie alle notwendigen Auskünfte und auch die Antragsformulare.

3. Amtliche Begutachtung der Notwendigkeit einer Kur
Bevor eine beantragte Kur durch einen Sozialleistungsträger bewilligt werden kann, ist grundsätzlich stets eine Überprüfung der Notwendigkeit der Maßnahme durch eine neutrale ärztliche Institution vorgeschrieben (Medizinischer Dienst, Amtsarzt, o.a.). Vielfach erfolgt die Begutachtung aufgrund der vorliegenden Krankenakten auf schriftlichem Wege. Es kann jedoch auch eine körperliche Untersuchung angeordnet werden.

4. Wer trägt die Kosten?
Grundsätzlich können Sie auf eigene Kosten zur Kur fahren. Innerhalb des gegliederten Systems unserer Sozialversicherung werden allerdings die Kosten für eine Kur, wenn medizinisch notwendig, von einem der Sozialleistungsträger übernommen oder zumindest bezuschusst:
a) für den, der krankenversichert ist, sowie in der Regel für Rentner = gesetzliche Krankenversicherung
b) für den, der rentenversichert ist oder es eine bestimmte Zeit lang war = gesetzliche Rentenversicherung
c) für den, der weder rentenversichert noch krankenversichert ist und nach dem Sozialhilfegesetz als bedürftig gilt = Sozialamt
d) nach einem Arbeitsunfall (einschließlich Wegeunfall, auch bei Schul- und Kindergartenbesuch) = Unfallversicherungsträger, Berufsgenossenschaften
e) für Kriegs- und Wehrdienstbeschädigte, Opfer von Gewalt = Versorgungsamt
f) für Angehörige des öffentlichen Dienstes (soweit kein Anspruch aus a), b), d) oder e) besteht) = Beihilfestelle
g) bei ungeklärter Zuständigkeit  = Hauptfürsorgestelle, überörtlicher Rehabilitationsträger (z.B. Landschaftsverband)

5. Gesetzliche Einschränkungen
Für die Gewährung von kuren gilt eine Reihe von gesetzlichen Beschränkungen. Die wichtigsten sind:

• In der Rentenversicherung ist die Bewilligung von Heilverfahren davon abhängig, dass der Versicherte eine bestimmte Versicherungszeit nachweisen kann. Ferner können Kuren höchstens bis zum 63. Lebensjahr in Anspruch genommen werden, es sei denn, dass er Krankheitszustand des Rentenversicherten bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit voraussichtlich gebessert oder aber, wenn er noch im Berufleben steht, eine unmittelbar drohende Erwerbsunfähigkeit durch die Maßnahme abgewendet werden kann. Ferner endet im Normalfall mit dem Beziehen von Altersrente, aber auch schon im "Vorruhestand" der Anspruch auf Gewährung einer Kur durch die zuständige Rentenversicherung. In diesem Falle erbringt die Krankenkasse entsprechende Leistungen.

• Bei allen Kuren, bei denen eine Kostenübernahme oder ein Zuschuss aus Kassen öffentlich-rechtlicher Leistungsträger gewährt wird, gilt, dass eine Wiederholungskur erst nach Ablauf von vier Jahren bewilligt werden kann, es sei denn, daß eine vorzeitige Wiederholung oder eine Kur wegen einer anderen Krankheit aus dringenden medizinischen Gründen erforderlich ist.

6. Ambulante Kuren
Bei dieser Kurform der Krankenkassen können der Kurort und die Unterkunft im Einvernehmen mit Ihrem Arzt gewählt werden. Die Krankenkasse übernimmt die vollen Kosten der ärztliche Behandlung und 85 Prozent der Kurmittelkosten. Zu den übrigen Kosten (Unterkunft, Verpflegung, Kurtaxe, Fahrtkosten) kann die Krankenkasse einen pauschalen Zuschuss bis zu höchstens 13 € pro Tag gewähren.
Eine besondere Form der ambulanten Kur ist die Kompaktkur. Sie wird indikationsabhängig in bestimmten Kurorten durchgeführt. Es werden Gruppen von jeweils bis zu 15 Teilnehmern zusammengestellt, für die ein besonders intensives Behandlungsprogramm mit einem festen Stundenplan vorgesehen ist.

7. Der Kurarzt
Bei einer ambulanten Kur müssen Sie sich vor Ort zuerst an einen der ortsansässigen Kurärzte wenden. Sie sind aufgrund ihrer langjährigen, einschlägigen Erfahrungen mit der Wirksamkeit der ortsspezifischen Kurmittel in der Lage, nach Beurteilungen des Kurgastes und dessen Gesundheitszustandes einen entsprechenden Kurbehandlungsplan mit allen in Frage kommenden Anwendungen aufzustellen, um den bestmöglichen Erfolg zu erreichen.

8. Stationäre Kuren
Reicht eine ambulante Kur nicht aus, dann kann die Krankenkasse oder der sonst zuständige Sozialleistungsträger eine stationäre Behandlung mit Unterkunft und Verpflegung in einer stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung bewilligen. Hierbei werden vom Leistungsträger die gesamten Kosten übernommen. Die Selbstbeteiligung beträgt im allgemeinen 12,50 € pro Kurtag in den alten und ca. 10,- € pro Kurtag in den neuen Bundesländern. Schließt sich die Heilbehandlung einem Krankenhausaufenthalt unmittelbar an (Anschlussrehabilitation), so müssen die Versicherten über 18 Jahre ca. 8,50 € (ca. 7,- €) für längstens 14 Tage zuzahlen, wobei die Zuzahlungen, die im Kalenderjahr bereits an andere Krankenanstalten geleistet worden sind, angerechnet werden. Über weitere Indikationen, bei denen diese günstigere Regelung ebenfalls gilt (§ 40 Abs. 7 SGB V) informiert die Krankenkasse.

9. Härtefall-Regelungen
Für die Personenkreise, denen die Zuzahlung nicht möglich ist oder eine unzumutbare Belastung bedeuten würde, sind Härtefall-Regelungen getroffen, die unter bestimmten Voraussetzungen eine vollständige Befreiung oder eine teilweise Erstattung der Kosten vorsehen. Über nähere Einzelheiten auch zur teilweisen Befreiung geben die Krankenkassen Auskünfte.

WICHTIG:
Die Übernahme der Kurkosten hat keinen Einfluss auf Ihre spätere Rente.

Wenn Sie eine Ablehnung des Kurantrags erhalten, sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt durchaus Widerspruch einlegen.
Fassen wir zusammen:
• Kuren gehören nach wie vor zum Leistungsangebot der Sozialversicherungen
• Der erste weg führt immer zu Ihrem Arzt. Danach müssen Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden.
• Klären Sie rechtzeitig vor Kurantritt Art und Höhe der Kostenübernahme.
• Überlegen Sie auch einmal, ob Sie nicht anstelle eines Urlaubs eine Kur privat buchen möchten. Auch in Bad Endorf gibt es günstige Pauschalkur-Angebote.
• Tun Sie etwas für Ihre Gesundheit. Gesundheit und Leistungsfähigkeit sichern Ihre Zukunft.
• Bedenken Sie: Eine Kur ist eine Therapie ohne schädliche Nebenwirkungen.

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