Kirche St. Michael in Litzldorf

Um die Mitte des 5.Jahrhunderts begann die Christianisierung unserer näheren Heimat. Der Hl. Valentin, die irischen Mönche Marinus und Anianus und die Mönche des Klosters Chiemsee brachten das Evangelium zu unseren heidnischen Ahnen. Ein gewisser Peigiri von Kleinholzhausen machte im Jahre 770 eine Stiftung auf die Michaelskirche (keine Ortsangabe). Man vermutet, dass es sich hier bereits um eine Kirche in Litzldorf gehandelt habe, obwohl der Ort „Luzilindorf erst 78 Jahre später urkundlich erwähnt wird, nämlich in der Schenkung des edlen Mannes und Priesters Erchampald im Jahre 849. Dieser vermachte dem Hochstift zu Freising für seine und seiner Eltern Seelenruhe sein ganzes Erbteil zu Litzldorf. Es wird angenommen, dass Erchampald Priester in Litzldorf war und ein Nachkomme des Peigiri gewesen sein könnte. Erinnerungsstücke aus der Zeit vor 1700, die aus der alten Kirche stammen, sind unter anderem:
— die kleine Totenglocke (1656 Ernst in München gegossen),
— die zwei gotischen Kerzenstangen (Leuchtengel, die an Fronleichnam noch mitgetragen werden),
— Votivtafel aus dem Jahre 1692 mit den Bildern der Gottesmutter und dem Hl. Michael, auf welcher ein Georg Dienzenhofer „bey Zollner" Maria und dem Hl. Michael für wiedererlangte Gesundheit dankt.
— Auch das Gitter im Vorhaus, das ehemals das Beinhaus abschloss, war gotische Arbeit.
Da unsere jetzige Kirche 1708 gebaut wurde, die Votivtafel aber die Jahreszahl 1692 trägt, ist der Beweis erbracht, dass die alte Kirche auch dem Hl. Michael geweiht war. Ob die alte Kirche am gleichen Platz wie die heutige stand, ist nicht bekannt, darf aber angenommen werden, denn bei der Einfundamentierung eines eisernen Trägers für die Empore stieß man auf Mauerwerk und Totengebein. Die Kirche Litzldorf gehörte mit Kleinholzhausen bis 1458 zur Altpfarrei Elbach, von da an bis 1892 zur Pfarrei Au.

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