Historisches aus Bernau am Chiemsee

Aus der Geschichte von Bernau

Wann Bernau und die Landschaft rund um den Chiemsee das erste Mal besiedelt wurde ist nicht bekannt.

Funde aus der Bronze- und Urnenfelderzeit (188-550 v. Chr.) weisen auf eine Besiedlung des Chiemseegebietes hin.
Das römische Weltreich erstreckte sich weit über das Chiemseegebiet. In der Zeit um 15 v. Chr. wurde das östlich vom Inn gelegene keltische Königreich Norikum Provinz des römischen Weltreiches. Der Landstreifen zwischen Chiemsee und Kampenwand war im 2. Jahrhundert n. Chr. Wohnsitz von Römern inmitten von Siedlungen und Einzelhöfen der einheimischen keltischen Bevölkerung. In Bernau selber ist eine römische Gebäudeanlage, wahrscheinlich der Landsitz eines wohlhabenden Römers, durch Ausgrabungen am Haus des Gastes nachgewiesen.

Römische Münzen
Kaiser Nerva (96 - 98 n. Chr.), Kaiser Mark Aurel (161 - 180 n. Chr.) Der römische Landsitz in Bernau dürfte sich möglicherweise aus kleinen Anfängen an der Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert n. Chr. zu einem größeren Umfang entwickelt haben. Das Ende der Römerzeit in Bernau mit Beginn des 3. Jh. ist wahrscheinlich auf Einfälle und Zerstörungen durch die Allemannen zurückzuführen.

Vom Ende der Römerzeit bis ins 19. Jh.
Im Jahre 907 wurde in einer dreitägigen Schlacht gegen Ungarn das gesamte bayerische Herrbann vernichtet.
Im 10. Jahrhundert erscheint zum ersten Mal der Ortsname Bernau in einer Urkunde, und zwar als "Pernouua" im Codex Odalberti (siehe Abbildung). Dieser Codex ist der älteste der Salzburger Urkundenbücher und enthält eine Zusammenstellung von Abschriften von Urkunden über Rechtsgeschäft, Tauschhandlungen und über Schenkungen.

Die Geschichte der Aschauer Herrschaft
Seit Ende des 12. Jahrhunderts übernahmen die Aschauer eine überragende Stelle ein. Aus dem Jahre 1265 ist eine Urkunde mit dem ältesten erhaltenen Siegel der Aschauer bekannt.
Das Geschlecht der Freyberger herrschte einige Jahrhunderte und standen auch in den Diensten der bayerischen Herzöge.
1536 erhielt Pakraz von Freyberg von Kaiser Karl V. das so begehrte Privilegium, mit rotem Wachse siegeln zu dürfen.

Die Freyherrn und Grafen von Preysing
Von 1610 bis 1853 herrschten die Freyherrn und Grafen von Preysing. Angebunden an den bayerischen Hof wurde die Herrschaft über das Chiemseegebiet ausgebaut und gefestigt. In dieser Zeit wurde das Schloß Hohenaschau verschönert, und es entstand mit 600 Nummern eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen.
Johann Maximilian V. Franz Xaver (1764-1827) wurde in den Ausschuss des Landtags berufen. In seine Zeit fallen weitreichende Änderungen der Herrschaftsstruktur und Neugliederung der Landgerichte.

Die Anfänge des Wehrwesens in Bernau
Bernau war seit jeher ein Teil des Herrschaftsgerichtes von Hohenaschau. Die im Jahre 1484 angelegte Musterungsliste ist umfangreich in ihren Angaben. In ihr sind die Hauptleute schon angegeben, welche sich um das Wehrwesen zu kümmern hatten.

In Bernau, wie auch sonst im Chiemgau, ist die Tracht noch lebendig. Sie ist ein Sonn- und Feiertagsgewand. Die Tracht ist auch heute noch lebendiger Alltag und kein Museumsstück.

Teilen: