Nepomuk-Kapelle

Der Heilige Nepomuk in der Pfarrkirche Aschau i. Chiemgau
Der Heilige Nepomuk in der Pfarrkirche Aschau i. Chiemgau

Die Nepomuk-Kapelle in Prien kam an ihren heutigen Standort im Jahr 1946. Erstmals aufgestellt wurde sich in den Jahren um 1732. Sie war ein Werk des Künstlers Jacob Diebeller. Nach dem Krieg wurde die Kapelle von ihrem Platz in einem ausgehöhlten Baum nahe der ehemaligen Molkerei nach verschiedenen Versetzungen und Veränderungen auf den Platz gebracht, an dem sie nunmehr steht.

Nicht nur Prien, sondern viele Chiemgauer Orte haben sichtbare Zeichen der Nepomuk-Verehrung. So zum Beispiel in der Kirche von Halfing, wo er in einem Schrein aufgebahrt ist und wo eine Reliquie besonders verehrt wird. In Neukirchen am Simssee gibt es in der dortigen Kirche ein ziemlich einmaliges Deckengemälde von Joseph Adam Mölk, das den Heiligen in einer Darstellung aus dem Jahre 1750 zeigt. Weitere Stätten der Nepomuk-Verehrung sind in der Münchner Asamkirche, die Johann Nepomuk geweiht ist, der Altar der Wallfahrtskirche Schwarzlack bei Brannenburg oder die Pfarrkirche Aschau i. Chiemgau.

Der Heilige Nepomuk – ein Patron für Böhmen, Österreich und Bayern

Der Heilige Nepomuk, der am Priener Ortseingang von den örtlichen Gebirgsschützen gepflegt und gehegt wird, hat eine interessante Geschichte. Johann Nepomuk war Generalvikar des Prager Erzbischofs und  er verstarb am 20. März 1393. Der Märtyrer wurde von der Prager Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Grund hierfür war, dass er als Beichtvater von König Wenzel IV. diesem die Beicht-Inhalte von Königin Johanna nicht preisgab. Weil er gegenüber dem König das Beichtgeheimnis wahrte, musste er sterben.

Tacui, das heißt "Ich habe geschwiegen" sind seitdem fünf Erkennungsbuchstaben, die sich in seinem Heiligenschein mit fünf Sternen wiederspiegeln. Als 1719 das Grab des Heiligen Nepomuk geöffnet wurde, wurde ein unverwester Körperteil vorgefunden. Der Überlieferung zufolge soll es sich um die Zunge des Heiligen Nepomuk gehandelt haben. Seither wurde in der Bevölkerung die so genannte Nepomuk-Zunge verehrt.

Der Heilige Nepomuk gilt als Heiliger und Patron der Reisenden und der Menschen, die in Wassergefahr sind. Flößer und Schiffsleute sowie Beichtväter und Priester verehrten ihn sehr und sie verdrängten damit an verschiedenen Plätzen den bisherigen Patron, den Heiligen Nikolaus von den Brücken. Als "Brücken-Heiliger" ist er auch in Prien nahe der Prien-Brücke richtig platziert. Um 1600 wurde der Heilige Nepomuk in die Reihe der böhmischen Landes-Patrone aufgenommen, 1721 wurde er von Papst Innozenz XIII. selig und 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen. Er war ein besonders beliebter Heiliger im 18. Jahrhundert, ein so genannter "Mode-Heiliger". Das erste Denkmal erhielt er 1683 in Prag auf der berühmten Wenzels-Brücke. Zu besonderer Bekanntheit verhalfen ihm die Habsburger, die ihn sehr verehrt hatten. Seine Verehrung beschränkte sich auf das Gebiet der drei Länder Böhmen, Österreich und Bayern. Die Reliquien des Heiligen Nepomuk befinden sich in der Prager Wenzels-Kirche. Nach einer ersten Nepomuk-Brückenfigur im Salzburger Gebiet im Jahr 1714 kam der Heilige Nepomuk auch in den bayerischen Raum. Wie Kreisheimatpfleger Karl J. Aß zu berichten weiß, kam es im selbigen Jahr in Greimharting zu einer erstmaligen Verehrung des Hl. Nepomuk und seit 1729 gilt dieser als Landes-Patron von Bayern. Die Grafen von Preysing hatten in all ihren Kirchen und Kapellen die Verehrung des Hl. Nepomuk zum Ausdruck gebracht, zum Teil hatten sie auch Reliquien.

Weitere Informationen: Kreisheimatpfleger Karl J. Aß, Tel. 08051-3243

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