29.03.2018

von B° RB

Mozartwoche in Kloster Seeon

Von 1. bis 8. April: Konzerte, Vortrag, Filmabend und Passaufahrt

Silke Aichhorn

Am Ostersonntag, 1. April, startet im Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon die diesjährige Mozartwoche. Mit fünf Konzerten, einem Vortrag, einem Filmabend und einer Tagesfahrt nach Passau präsentiert das Musikfestival, das bereits seinen 23. Geburtstag feiert, wieder einmal eine spannende Auseinandersetzung mit dem genialen Komponisten. Nicht ohne Grund, denn Wolfgang Amadeus Mozart besuchte das damalige Benediktinerkloster mehrmals und komponierte für die Ordensherren sogar zwei Offertorien. 

„Mozart und Salieri“ stehen mit Mittelpunkt des Eröffnungsabends am Sonntag, 1. April, 17 Uhr. Es sind die Musiker Rahel Indermaur (Sopran), Tohru Iguchi (Bariton) und Konstantin Lukinov (Klavier), die ganz neue Aspekte über das Verhältnis der beiden Genies ans Licht bringen wollen. Mit den schönsten Arien und Ensembles aus den Opern von Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri erzählen, singen und spielen sie von der spannenden und gar nicht feindlichen Beziehung der Musiker, die in Wahrheit sogar freundschaftlich verbunden waren. Die Geschichte der Ermordung Mozarts durch Salieri ist falsch, was wissenschaftlich erwiesen ist. Richtig ist: Salieri lobte immer Mozarts Musik und Mozart spielte fleißig Salieris Kompositionen – die zwei haben sogar zusammen komponiert. Was dabei herausgekommen ist, hört man an diesem Abend, verbunden mit Arien aus beliebten Opern wie „Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“ oder „Così fan tutte“ 

Am Montag, 2. April, 11 Uhr, gibt sich im Festsaal von Kloster Seeon der russische Pianist Konstantin Lukinov mit dem Programm „Klassik und Improvisation“ die Ehre. „Klassik und Improvisation“ ist eine spannende Spurensuche, die auch Antworten gibt auf Fragen wie: Welche Rolle nimmt in unserer Zeit die Improvisation in der Musik ein? Ist sie eine Jazz-Spielart, in der man in vorgegebenen Standards den Tonsatz jedes Mal aufs Neue spontan gestaltet? Konstantin Lukinov erklärt und formuliert hier eine feste Position: Das Improvisieren ist Live-Komponieren. Wie auf Knopfdruck wird eine musikalische Landschaft hervorgezaubert, die sich durch ein bestimmtes inneres Tempo, Tonart, Stil und Emotionszustand auszeichnet und sofort beginnt, ihr eigenes Leben zu leben. Der Pianist lässt bekannte Komponisten wie Bach, Vivaldi, oder Debussy erklingen und geht dabei auch unorthodoxe Wege, die ein Kritiker so beschreibt „Jeder Ton, jede Emotion, jede Anschlagsnuance ist bei ihm genau kalkuliert, große Emotionen kommen wie vom Reißbrett. Das ist ungeheuer faszinierend." 

„Wie auf der Mozartkugel – oder wie sah Mozart wirklich aus? Dieser Frage stellt sich Dr. Christoph Großpietsch (Stiftung Mozarteum Salzburg) beim Vortrag am Dienstag, 3. April, 19 Uhr. Egal ob auf Mozartkugeln, Prospekten oder Anzeigen - Wolfgang Amadeus Mozart begegnet uns, wie ein Abziehbild, immer wieder. Zu sehen ist meist ein Herr mit Zopf in rotem Gewand. Aber sah der geniale Komponist wirklich so oder nur so aus? Welche gesicherten Beschreibungen gibt es über ihn? Der Vortrag hinterfragt unsere Fixierung auf nur wenige angeblich mozarttypische Mode-Accessoires, beleuchtet historische Zeitzeugnisse und untersucht die wenigen zu Mozarts Lebzeiten entstandenen Porträts genauer. Dabei stellt sich heraus, wie früh Mozart zum Apoll erhoben und mythologisiert worden ist. In seinem Vortrag sucht Dr. Großpietsch die oft verklärende Mozart-Vorstellungswelt zu dechiffrieren. 

Am Mittwoch, 4. April, organisiert das Kultur- und Bildungszentrum einen Ausflug nach Passau. Das Tagesprogramm dieser Exkursion, unter der Leitung von Kunsthistorikerin Hedwig Amann, beginnt mit einer Kostümführung unter dem Motto „Wider unseren Willen“. Die Reisegruppe trifft in Passau mit einem gewissen Leopold Mozart zusammen. Der geleitet sie sogleich freundlich durch die Innenstadt und schildert ganz vorzüglich den Aufenthalt seiner gebeutelten Verwandtschaft. Nach dieser etwas anderen Führung besichtigt die Gruppe noch den Dom St. Stephan, das Alte Rathaus und die Wallfahrtskirche Maria Hilf. Veranstalter des Ausflugs ist Käsweber-Reisen; wo auch Anmeldungen entgegengenommen werden (Tel. 08039 9099994). 

Am Freitag, 6. April, 19 Uhr, gibt es im Tagungsrestaurant ein musikalisch-kulinarisches Mozarterlebnis. Zu Gast sind die Salzburger Hofmusik mit Tenor Maximilan Kiener und der Moderator und Universitäts-Dozent Wolfgang Brunner. Mit Tagebuchschilderungen und Kompositionen von Leopold, Wolfgang Amadeus und Franz Xaver Mozart widmen sie sich dem Thema „Drei Generationen Mozart – Lieder und Klavierwerke“. Passend zur exquisiten Musik wird auch die Küche des Hauses ein mozärtlich-kulinarisches Angebot präsentieren. 

Klassik.Kino.Konzert - beim Filmabend am Samstag, 7. April, 19 Uhr, erleben einstige Sternstunden des Konzertlebens eine Renaissance. Legenden wie Carlos Kleiber, Herbert von Karajan und Mitsuku Uchida werden wieder lebendig und man kann den schöpferischen Prozess des Musizierens hautnah verfolgen. Zu sehen sind wunderbare Aufnahmen, wie Beethovens Ouvertüre zum Trauerspiel Coriolan mit dem Bayerischen Staatsorchester, Mozarts Klavierkonzert in d-moll mit der Camerata Salzburg und Beethovens Symphonie „Pastorale“ mit den Berliner Philharmonikern. Moderator des Abends ist Horant H. Hohlfeld, der bei den Filmaufzeichnungen seinerzeit als Bildregisseur, Produzent bzw. Produktionsleiter fungierte. 

„Wie Klang gewordene Poesie…“ wird das Spiel des Trios beschrieben, das sich am Sonntag, 8. April, 11 Uhr, im Festsaal des Kultur- und Bildungszentrums die Ehre gibt. Kein Wunder, denn die Instrumentalisten – Silke Aichhorn, Philipp Nickel, Dejan Gavric – beherrschen ihr Metier meisterlich. Ein farbenreicher, flexibler Flötenton, dazu der seidig füllende Bratschenklang kombiniert mit facettenreichem Harfenspiel entführen in die Welt des französischen Impressionismus mit Werken von Francois Devienne, Maurice Ravel, Théodore Dubois sowie zu Antonio Vivaldi und Marin Marais, dem großen Gambisten am französischen Hof. Ein Arrangement des Rondos KV 386 von W. A. Mozart rundet das Programm ab. Der Flötist Dejan Gavric ist Professor an der Hochschule für Musik Mainz, der Bratschist Philipp Nickel ist Mitglied des Frankfurter Museumorchesters, Silke Aichhorn zählt zu den bekanntesten Harfensolistinnen. 

Die Schluss-Veranstaltung der Mozartwoche 2018, am Sonntag, 8. April, 15.30 Uhr, ist ganz dem musikfreudigen Nachwuchs gewidmet. Harfenistin Silke Aichhorn erzählt und spielt die Geschichte „Die Schatzsuche am Harfenberg“ und hier geht es spannend und fantasievoll zu: Hannes und Lisa finden beim Spielen auf dem Dachboden ihrer Großmutter eine Schatzkarte. Auf ihrem Weg zur goldenen Zauberharfe müssen sie mit Hilfe des Notenschlüsselmännchens und der anwesenden Kinder zahlreiche Abenteuer bestehen. Klar, dass dann alle miteinander ein herrliches Märchen über die Magie der Musik erleben. 

Eintrittskarten für alle Konzerte gibt es unter kloster-seeon.de, muenchenticket.de und im Klosterladen, Tel. 08624/897201. 

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